Prostataentzündung (Prostatitis)

Bei einer Prostataentzündung – auch Prostatitis genannt – handelt es sich um eine akute oder chronische Entzündung der Prostata (Vorsteherdrüse), die unter anderem mit Unterbauchschmerzen, häufigem Harndrang sowie Schmerzen beim Wasserlassen und der Ejakulation einhergeht. Je nach Ursache wird dabei zwischen einer bakteriellen und einer abakteriellen Prostatitis unterschieden, wobei die abakterielle Prostatitis mit einem Anteil von 90 Prozent die am häufigsten vorkommende Prostataentzündung ist. Schätzungen zufolge erkranken etwa die Hälfte aller Männer mindestens einmal im Leben an einer Prostataentzündung.

Definition: Was ist eine Prostataentzündung?

Die Prostata – auch Vorsteherdrüse genannt – ist eine etwa kastaniengroße Drüse beim Mann, die unterhalb der Blase den Anfangsteil der Harnröhre umschließt. Unter dem Einfluss von Hormonen bildet die Prostata ein flüssiges, trübes Sekret, das beim Samenerguss in die Harnröhre abgegeben wird und sich mit dort mit der Flüssigkeit aus den Samendrüsen und den Spermien zum Sperma vermischt. Ist die Prostata entzündet, führt dies unter anderem zu Schmerzen im Unterbauch, häufigem Harndrang und Schmerzen beim Wasserlassen sowie beim Samenerguss. Man spricht dann vom Krankheitsbild der Prostatitis.

Männliche Anatomie mit Lage der Harnblase und Prostata
© Henrie / Fotolia

Formen der Prostatitis

Prinzipiell werden bei einer Entzündung der Prostata je nach Ursache zwei Gruppen unterschieden: die bakterielle Prostatitis, die durch Bakterien verursacht wird, und die sogenannte abakterielle Prostataentzündung, die nicht bakteriellen Ursprungs ist, sondern andere Ursachen hat. Bei der bakteriellen Prostataentzündung wird zudem je nach Verlauf der Erkrankung zwischen einer akuten, also plötzlich auftretenden, und einer chronischen, also sich allmählich entwickelnden, andauernden, Form der Prostatitis unterschieden.

Gemäß der Klassifikation der National Institutes of Health (NIH) wird die Prostataentzündung deshalb in die folgenden vier Formen unterteilt:

  • akute (bakterielle) Prostatitis (NIH I)
  • chronische bakterielle Prostatitis (NIH II)
  • chronische abakterielle Prostatitis (CPPS) bzw. chronisches Schmerzsyndrom des Beckens mit oder ohne Entzündungszeichen (NIH III)
  • asymptomatische entzündliche Prostatitis (NIH IV)

Häufigkeit der Prostataentzündung

Bei der Prostatitis handelt es sich um eine relativ häufig auftretende Erkrankung. So sind Schätzungen zufolge etwa die Hälfte aller Männer mindestens einmal im Leben davon betroffen. Die am häufigsten vorkommende Form ist dabei die chronische abakterielle Prostatitis.

Ursachen einer Entzündung der Prostata

Eine bakterielle Prostataentzündung, sei sie nun akut oder chronisch, wird meist durch Bakterien verursacht, die über die Harnröhre oder das Blut in die Prostata gelangen und dort eine Infektion auslösen. In den meisten Fällen handelt es sich dabei um Darmbakterien wie Escherichia coli oder Enteroccocus faecalis, die über die Harnröhre bis zur Prostata aufsteigen.

Für eine abakterielle Entzündung der Prostata können unter anderem Blasenentleerungsstörungen, ein prostatischer Rückfluss (Reflux) sowie Verengungen in den ableitenden Prostatawegen – etwa aufgrund von Prostatasteinen, eines Tumors oder einer Harnröhrenverengung – verantwortlich sein. Lässt sich keine eindeutige Ursache für eine Prostataentzündung feststellen, werden oftmals auch psychische Faktoren als Ursache der Erkrankung vermutet.

Symptome einer Prostatitis

Zu den typischen Beschwerden gehören Schmerzen, Missempfindungen oder ein Druckgefühl in der Blasenregion, im Dammbereich, im Bereich zwischen Hodensack und After, in den Hoden, am Penis, im Unterbauch, in der Lendenregion und im unteren Wirbelsäulenbereich. Darüber hinaus kann das Wasserlassen schmerzen oder ein Brennen verursachen und auch die Erektion und der Samenerguss können erschwert oder schmerzhaft sein. Oft geht eine Prostataentzündung zudem mit einem häufigen Harndrang und Wasserlassen mit einem gleichzeitig abgeschwächten Harnstrahl einher.

Weitere mögliche Symptome einer Entzündung der Prostata sind

  • Fieber,
  • Schüttelfrost,
  • ein häufiger Stuhldrang,
  • ein schmerzhafter Stuhlgang,
  • Blut im Urin oder im Sperma,
  • ein Ausfluss aus der Harnröhre
  • sowie Potenz- und Libidostörungen.

Eine bakterielle Prostataentzündung kann eine Eiteransammlung (Abszess) in der Prostata oder eine Nebenhodenentzündung zur Folge haben. Verläuft eine Prostatitis chronisch, ist es auch möglich, dass der betroffene Mann unfruchtbar wird.

Diagnose einer Prostataentzündung

Die Diagnose einer akuten Prostataentzündung kann der behandelnde Urologe in der Regel leicht anhand der typischen Symptome stellen. Zudem wird er eine körperliche Untersuchung durchführen, bei der er die Prostata vom Enddarm aus mit dem Finger betastet. Dabei kann er festzustellen, ob die Prostata sich geschwollen anfühlt und berührungsempfindlich ist. Im Rahmen dieser rektalen Untersuchung kann der Urologe durch Drücken der Prostata auch etwas Flüssigkeit entnehmen. Diese kann er anschließend im Labor auf Entzündungszeichen und Bakterien untersuchen.

Mit einer Urinuntersuchung kann zudem festgestellt werden, ob der Urin entzündlich verändert ist und ob er Bakterien oder weiße Blutkörperchen enthält. Zur weiteren Abklärung einer Prostataentzündung ist es weiterhin möglich, eine Ultraschalluntersuchung der Prostata durchzuführen. Dabei können beispielsweise Prostatasteine als Ursache der Prostatitis oder die Bildung eines Abszesses in der Prostata nachgewiesen werden.

Behandlung einer Prostataentzündung

Welche Therapie zum Einsatz kommt hängt davon ab, ob die Erkrankung bakterieller oder nicht-bakteriellen Ursprungs ist.

Behandlung einer bakteriellen Prostatitis

Handelt es sich um eine bakterielle, also durch Bakterien verursachte, Prostataentzündung, so besteht die Therapie in der Regel in der Einnahme von Antibiotika. Diese töten die ursächlichen Erreger ab und verhindern, dass sich die Bakterien weiter vermehren. Hierbei muss zunächst mithilfe einer Bakterienkultur bestimmt werden, welche Bakterien genau die Entzündung verursacht haben. Denn erst dann kann der Arzt bestimmen, mit welchem Antibiotikum sich die Prostatitis am wirkungsvollsten bekämpfen lässt.

Bei einer unkomplizierten akuten bakteriellen Prostataentzündung genügt es in der Regel, wenn die Antibiotika zehn Tage lang eingenommen werden. Eine chronische bakterielle Prostatainfektion kann aber auch eine längere Antibiotika-Therapie notwendig machen. Wichtig ist dabei, dass sich der Betroffene an die Verordnung des Arztes hält und die Antibiotika nicht frühzeitig absetzt, da dies zu Rückfällen und Resistenzbildungen der Bakterien führen kann.

Behandlung einer abakteriellen Prostatitis

Eine abakterielle Prostataentzündung ist meist schwer zu heilen. Hier können aber unter anderem Prostatamassagen, Wärmeanwendungen wie warme Sitzbäder, Muskelentspannungsübungen, Autogenes Training und Medikamente zur Muskelentspannung schmerzlindernd sein, da sie krampflösend auf die Beckenmuskulatur wirken.

Medikamentöse Behandlung einer Entzündung der Prostata

Zu den Medikamenten, die bei einer Prostataentzündung Linderung schaffen können, gehören neben Medikamenten gegen die Schmerzen unter anderem entzündungshemmende Mittel sowie die sogenannten Alphablocker zur Muskelentspannung und Verbesserung des Urinflusses. Darüber hinaus kommen bei einer abakteriellen Prostataentzündung häufig pflanzliche Medikamente wie Roggenpollenextrakt und Kürbiskerne zum Einsatz.

Chirurgische Behandlung einer Prostataentzündung

Lässt sich eine Prostataentzündung mit den genannten Behandlungsmethoden nicht in den Griff bekommen, so kommt als letzter Ausweg eine teilweise oder vollständige chirurgische Entfernung der Prostata (Prostatektomie) in Frage. Alternativ ist es auch möglich, das entzündlich veränderte Prostatagewebe mithilfe einer Mikrowellen- oder Laserbehandlung zu zerstören.

Vorbeugung einer Prostatitis

Einer Entzündung der Prostata kann man unter anderem durch eine ausgewogene Ernährung, eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr und ausreichend körperliche Betätigung vorbeugen. Darüber hinaus kann auch ein reges Sexualleben vor einer Prostatainfektion schützen. Denn wenn die Prostata regelmäßig durch Ejakulationen geleert wird, ist auch die Gefahr einer Prostataentzündung geringer.

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