Die Prostata


Die Prostata, auch als Vorsteherdrüse bezeichnet, ist eine Geschlechtsdrüse, die sich bei allen männlichen Säugetieren findet. Sie produziert einen Teil der Befruchtungsflüssigkeit des Mannes und gleicht in Form und Größe einer Kastanie. Die Prostatitis sowie die benigne Prostatahyperplasie gehören zu den häufigsten Erkrankungen der Drüse. Der bösartige Tumor der Prostata wird als Prostatatumor oder Prostatakrebs bezeichnet und betrifft überwiegend ältere Männer.

Männliche Anatomie mit Lage der Harnblase
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Aufbau und Lage der Prostata

Ebenso wie die Hoden, die Nebenhoden und die Samenleiter gehört die Prostata zu den inneren Geschlechtsorganen des Mannes. Sie ist etwa vier Zentimeter groß und wiegt bei jüngeren Männern nur rund 20 Gramm. Im Laufe der Jahrzehnte kann sie jedoch deutlich anwachsen und so ein Gewicht von mehr als 100 Gramm erreichen.

Das Organ befindet sich zwischen der Harnblase und dem Beckenboden und umhüllt den Ursprung der Harnröhre, die den Urin bis zur Eichel leitet. Durch die Drüse verläuft ferner der Spritzkanal (Ductus ejaculatorius), durch den die Samenflüssigkeit während der Ejakulation fließt. Direkt hinter der Vorsteherdrüse liegt der Mastdarm, vor ihr befindet sich der hintere Rand des Schambeins. Mit diesem ist die Prostata fest verbunden.

Die Prostata gehört zu den sogenannten exokrinen Drüsen. Das bedeutet, dass sie ihr Sekret nicht in den Blutkreislauf, sondern an eine innere Körperoberfläche abgibt. Im Feinaufbau zeigen sich 30 bis 50 einzelne Drüsen, die für die Sekretproduktion zuständig sind.

Funktion der Prostata

Hauptaufgabe der Vorsteherdrüse ist die Bildung von Sekret. Es handelt sich dabei um eine milchige, trübe, recht dünnflüssige und zudem leicht saure Flüssigkeit, die ab Beginn der Pubertät unter dem Einfluss des Geschlechtshormons Testosteron gebildet wird. Eine besonders wichtige Rolle spielen in diesem Prostatasekret die Enzyme. Dazu gehören Eiweiße wie die Prostataphosphatase, das prostataspezifische Antigen (PSA) und die Substanz Spermin. Die Proteine schützen die Erbinformation in den Spermien, verflüssigen das Sperma und verleihen dem Ejakulat zudem seinen typischen Geruch.

Während des Geschlechtsverkehrs sorgen Nervenimpulse des sympathischen Nervensystems für eine unwillkürliche Kontraktion verschiedener Muskeln. Dadurch gelangen die Spermien und weiteres Sekret aus den Samenleitern und den Samenblasen in die Spritzkanälchen der Prostata. Hier werden sie mit dem Prostatasekret zusammengeführt. Dabei produziert die Prostata 20 bis 30 Prozent des gesamten Ejakulats. Somit ist die Funktionstüchtigkeit des Organs eine wichtige Voraussetzung für die Fruchtbarkeit und die Zeugungsfähigkeit des Mannes.

Doch die Prostata dient nicht allein der Produktion von Sekret. Aufgrund ihrer Lage im Becken stützt sie zudem den Blasenhals und sorgt für einen sicheren Verschluss der Harnblase. Während des Wasserlassens dichtet die Blasen- und Prostatamuskulatur die Spritzkanälchen, die die Prostata durchziehen, ab und verhindert so, dass Urin in die Vorsteherdrüse gelangen kann. Zugleich ist die Muskulatur der Prostata aber auch dafür zuständig, dass keine Samenflüssigkeit in die Blase eindringt.

Die häufigsten Erkrankungen der Prostata

Eine Entzündung der Prostata wird in der medizinischen Fachsprache als Prostatitis bezeichnet. Die Krankheit führt zu

  • Druckgefühl im Bereich des Damms
  • Schmerzen im unteren Bauch
  • Problemen beim Wasserlassen
  • Erektionsstörungen
  • Schmerzen bei der Ejakulation

Die Entzündung kann verschiedene Ursachen haben. So können Bakterien in die Drüse gelangen und dort eine Abwehrreaktion hervorrufen. Häufigster bakterieller Erreger der Prostatitis ist Escherichia coli. In vielen Fällen kann allerdings keinerlei Ursache gefunden werden.

Benigne Prostatahyperplasie (Prostatavergrößerung)

Bei der benignen Prostatahyperplasie ist die Prostata vergrößert. Diese Erkrankung betrifft überwiegend ältere Männer, die genaue Entstehung der Vergrößerung ist jedoch noch nicht vollständig geklärt.

Die vergrößerte Vorsteherdrüse kann die Harnröhre einengen und so zu einer Abschwächung des Harnstrahls und zu vermehrtem nächtlichen Wasserlassen (Nykturie) führen. Ein weiteres charakteristisches Symptom der gutartigen Prostatavergrößerung ist eine gesteigerte Frequenz von Urinentleerungen bei meist recht kleinen Harnmengen. Man spricht hier auch von einer Pollakisurie.

Die Therapie der ersten Wahl bei einer Prostatavergrößerung ist meist die sogenannte transurethrale Resektion der Prostata (TUR-P). Bei dieser Prostata-OP wird das einengende Prostatagewebe transurethral, d.h. über die Harnröhre, entfernt. Hierzu führt der Operator ein langes, dünnes Instrument mit einer elektrischen Schlinge – das sogenannte Resektoskop – in die Harnröhre ein und trägt mittels Hochfrequenzstrom das einengende Prostatagewebe ab.

benigne Prostatahyperplasie (BPH)
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Prostatakrebs (Prostatakarzinom)

Der Prostatakrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Männern. Jedes Jahr erkranken rund 64.000 Männer neu an dem bösartigen Tumor. Probleme beim Wasserlassen, ein vermehrter Harndrang, Schwierigkeiten beim Stuhlgang sowie Schmerzen beim Samenerguss und Blut in der Samenflüssigkeit sind mögliche Anzeichen für ein Karzinom der Prostata. Ebenso wie bei der gutartigen Prostatahyperplasie sind überwiegend ältere Männer von der Erkrankung betroffen. So sind die Patienten bei der Diagnosestellung im Durchschnitt 71 Jahre alt.

Die Therapie zielt meist auf eine radikale Prostatektomie (Prostataentfernung) ab. Diese wird entweder im Rahmen einer offen-chirurgischen Prostata-OP oder mittels minimal-invasiver Methoden und sowie auch roboterassistiert im Rahmen einer sogenannten DaVinci-Operation erfolgen.

Die DaVinci-Operation basiert auf der minimal-invasiven „Schlüssellochchirurgie, wird aber durch den Einsatz eines Roboters erleichtert. Der Chirurg benutzt hier ein hochmodernes High-Tech-Operationssystem – das sogenannte Da-Vinci-Chirurgiesystem – und steuert mit dessen Hilfe von einer Konsole aus milimetergenau agierende Roboterarme mit Instrumenten, die ohne jegliches Zittern exakt die Bewegungen der Finger und Hände des Chirurgen übernehemen. Das Operationsfeld hat der Chirurg bei dieser Prostata-OP dreidimensional in bis zu zehnfacher Vergrößerung vor Augen.

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