Krebserkrankungen des Urogenitaltraktes


Wer bestimmte Anzeichen einer urologischen Krebserkrankung an sich entdeckt, sollte diese unbedingt ärztlich abklären lassen. Dies gilt besonders für Patienten, die zu den Risikogruppen gehören, darunter etwa Raucher und bestimmte Berufsgruppen, die mit Chemikalien arbeiten. Im Folgenden stellen wir die wichtigsten Krebserkrankungen des Urogenitaltraktes vor und umreißen die Diagnose- und Therapieschritte.

Welche urologischen Krebserkrankungen gibt es?

Zu den Krebserkrankungen des Urogenitaltraktes zählen:

Die bei Weitem häufigsten bösartigen Tumore sind das Blasenkarzinom mit 34 Prozent und das Prostatakarzinom mit 38 Prozent. Männer sind dabei häufiger von Krebserkrankungen des Urogenitaltraktes betroffen als Frauen.

Wer behandelt urologische Krebserkrankungen?

Die urologische Onkologie hat sich der Erkennung und Behandlung urologischer Krebserkrankungen angenommen. Der Ansprechpartner für Beschwerden ist zunächst der Hausarzt oder Urologe, bei Frauen kann es auch der Gynäkologe sein. Gegebenenfalls wird der Patient an einen Facharzt für Urologie oder in ein Krankenhaus überwiesen. Die wichtigsten Untersuchungen führen Ärzte aber zunächst ambulant durch.

Arztsuche

Welche Diagnoseverfahren kommen in der urologischen Onkologie zum Einsatz?

Die Diagnose kann beim Prostatakrebs beispielsweise über eine Stanzbiopsie erfolgen. Dabei wird eine feingewebliche Probe aus der Prostata entnommen und anschließend unter dem Mikroskop untersucht. Die Probenentnahme wird durch ein Ultraschallgerät gesteuert und erfolgt ambulant unter örtlicher Betäubung. Vor und nach dem Eingriff verodnet der Arzt in der Regel ein Antibiotikum.

Echtzeitultraschallbild einer transrektalen Prostatabiopsie
Echtzeitultraschallbild einer transrektalen Biopsie aus der peripheren Zone der Prostata

Weitere gängige Diagnoseverfahren für urologische Krebserkrankungen sind außerdem:

  • die Blasenspiegelung
  • die Kernspintomographie, auch bekannt als Magnet-Resonanz-Tomograophie oder kurz MRT
  • die Computertomografie (CT)
  • der PCA 3 Test (Urinanalyse)
  • der PSA Test (Blutanalyse)
  • genetische Diagnoseverfahren
  • die Sonographie (Ultraschall)

Wie werden Krebserkrankungen des Urogenitaltraktes behandelt?

Bei der Behandlung bösartiger Tumore in der Blase unterscheiden Ärzte zwischen Verfahren bei muskelinvasiven und bei nicht-muskelinvasiven Tumoren. Letztere entfernt man mit einer Elektroschlinge durch die Harnröhre hindurch. Dies wird auch als „transurethrale Resektion“ (TUR) bezeichnet. Gegen eventuell verbleibende Tumorzellen verschreibt der Arzt zudem Medikamente, die direkt in die Blase eingebracht werden (Instillationstherapie).

Wenn es sich bei dem Tumor um ein muskelinvasives Harnblasenkarzinom handelt, muss der Patient mit einer Entfernung der Harnblase rechnen. Der Arzt wird dann eine Art „Ersatzblase“ anlegen, eine sogenannte Neoblase, und einen künstlichen Blasenausgang. Möglich ist aber auch eine Teilentfernung des Tumors. Anschließend erfolgt eine Behandlung mit einer Radiochemotherapie, um die Reste des Karzinoms zu beseitigen.

Beim Prostatakrebs kommen eine Operation und verschiedene Bestrahlungsformen in Betracht. Das Tumorgewebe soll dabei möglichst vollständig entfernt werden. Statt einer solchen Therapie kann sich der Patient auch für eine Antihormontherapie entscheiden. Die Medikamente können den Prostatakrebs jedoch nur aufhalten.