Nephrosklerose: Nierenschädigung bei Bluthochdruck


Chronischer Bluthochdruck, in der Fachsprache auch arterielle Hypertonie genannt, kann eine ganze Reihe ernster Folgeerkrankungen nach sich ziehen. Dazu zählt auch die Nephrosklerose – eine Nierenkrankheit, deren Verbreitung seit einigen Jahren kontinuierlich zunimmt.

Je nachdem, ob es sich um die gut- oder die bösartige Form der Erkrankung handelt, kann sich der Krankheitsverlauf sehr unterschiedlich gestalten. Die Vorgehensweise während der Therapie ist dabei jedoch identisch: Es gilt, den Blutdruck zu senken und auf diese Weise einer weiteren Schädigung des Nierengewebes entgegenzuwirken.

Anatomie der Niere
© Michael Hoffmann

Formen der Nephrosklerose

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen der gutartigen (benignen) und der bösartigen (malignen) Nephrosklerose.

Der Verlauf der gutartigen Nephrosklerose kann sich über einen Zeitraum von vielen Jahren erstrecken. Es kommt zu einer langsam, aber kontinuierlich fortschreitenden Schädigung des Nierengewebes. Gleichzeitig wird unkontrolliert Bindegewebe produziert, was wiederum zu einer Gewebeverhärtung (Sklerose) in der Niere führt. Eine weitere Begleiterscheinung sind Hyalinosen, also eine Einlagerung transparenter Substanzen.

Im Gegensatz dazu ist der Krankheitsverlauf bei der malignen Nephrosklerose kürzer und heftiger: Es tritt eine plötzliche Verschlechterung der Nierenfunktion ein, die durch einen starken Anstieg des Blutdrucks, auch hypertensive Krise genannt, ausgelöst wird.

Arztsuche

Es gibt drei Krankheitsstadien:

  1. Mikroalbuminurie (Ausscheidung erhöhter Mengen des Eiweißes Albumin über den Urin)
  2. benigne hypertensive Nephrosklerose mit Albuminurie
  3. arterio-arteriolosklerotische Schrumpfniere mit Niereninsuffizienz

Überdies wird zwischen Nephrosklerose mit und ohne Niereninsuffizienz unterschieden.

Typische Nephrosklerose-Symptome

Sowohl bei der benignen als auch bei der malignen Nephrosklerose liegen zunächst die Symptome der arteriellen Hypertonie (Bluthochdruck) vor, durch die sie ausgelöst wurden. Häufig sind diese recht unspezifisch und umfassen etwa Schwindel, Sehstörungen oder ein Engegefühl in der Brust.

Bei der benignen Nephrosklerose-Form kommen schleichende, bei der malignen Form akut auftretende Symptome des Nierenversagens hinzu. Diese reichen in beiden Fällen von einer Abnahme der Harnproduktion über Flüssigkeitsansammlungen in der Lunge (Lungenödem) bis hin zu Muskelschwäche und Herzrhythmusstörungen. Im schlimmsten Fall führt der vollständige Ausfall der Nierenfunktion zuerst zu Krämpfen und Koma und schließlich zum Tod.

Risikofaktoren für eine Nephrosklerose-Erkrankung

Die Wahrscheinlichkeit, an einer Nephrosklerose zu erkranken, hängt von einer Vielzahl unterschiedlicher Faktoren ab. So erkranken Menschen schwarzafrikanischer Abstammung etwa viermal so häufig daran wie Menschen mit weißer Hautfarbe. Weitere Risikogruppen sind Männer, Personen über 50, Raucher sowie Personen mit niedrigem sozioökonomischen Status, also u.a. geringerem Bildungsgrad.

Eine große Rolle spielen auch Vorerkrankungen wie beispielsweise eine Fettstoffwechselstörung oder eine verminderte Anzahl an Nierenkörperchen (Nephronen). Zudem kann auch eine genetisch bedingte Anfälligkeit für die Nephrosklerose vorliegen.

Diagnose der Nephrosklerose

Bei der benignen Nephrosklerose handelt es sich häufig zunächst um eine Verdachtsdiagnose, die bei einer routinemäßigen Blutuntersuchung gestellt wird. Wurden dabei Schädigungen der Nieren festgestellt, schließt sich eine Untersuchung des Urins an (typisch ist hier das Vorhandensein einer erhöhten Eiweiß-Konzentration).

Ebenso wichtig sind eine umfassende körperliche Untersuchung sowie eine ausführliche Anamnese (Erhebung der medizinischen Vorgeschichte des Patienten). Der Patient beschreibt dabei ausführlich die vorhandenen Symptome und der Arzt kann so besondere Risikofaktoren aufdecken.

Absolute Gewissheit über eine bestehende Nephrosklerose bringt erst die Entnahme einer Gewebeprobe. Da zu diesem Zweck jedoch eine Nierenbiopsie nötig ist und diese zahlreiche Komplikationen mit sich bringen kann, verzichtet man in der Praxis häufig darauf. Eine Therapie, die vorrangig die Wiederherstellung und den Erhalt der Nierenfunktion zum Ziel hat, ist auch ohne vorhergehende Gewebe-Analyse möglich.

Nephrosklerose: Prognose und Therapie

Die Prognose hängt bei der benignen Variante stark davon ab, ob bereits eine irreparable Schädigung der Nieren eingetreten ist. Somit sind eine möglichst frühe Diagnose und Therapie von großer Bedeutung. Bei der – seltener auftretenden – malignen Krankheitsform kommt es vor allem darauf an, den Blutdruck möglichst zeitnah zu normalisieren, um bleibende Schäden sowie das drohende Nierenversagen abzuwenden.

Die Senkung des Bluthochdrucks als Auslöser für die Nierenerkrankung steht im Zentrum jeder Therapie. Zu diesem Zweck kommen blutdrucksenkende Medikamente – ACE-Hemmer oder alternativ AT1-Antagonisten – zum Einsatz. Wie weit der Blutdruck zu senken ist, hängt davon ab, ob eine vermehrte Ausscheidung von Eiweiß festgestellt wurde oder nicht. Ist dies der Fall, so liegt der anzustrebende Blutdruck bei weniger als 130/80 mmHg im Ruhezustand; ansonsten wird ein Wert von 140/90 mmHg anvisiert.

Arztsuche

Neben der Medikamenteneinnahme sowie einer strikten, regelmäßigen Kontrolle des Blutdrucks ist ein gesunder Lebenswandel von großer Wichtigkeit. So können sich auch sportliche Aktivitäten und eine Gewichtsreduktion positiv auf den Gesundheitszustand auswirken. Zur Senkung des Blutdrucks gibt es noch weitere sinnvolle Maßnahmen; dazu zählen Stressabbau (etwa durch Entspannungsübungen), das Einschränken der Salzaufnahme beim Essen sowie der weitgehende Verzicht auf alkoholische Getränke.

Eine gesunde Ernährung ist sehr wichtig, damit sich das Nierengewebe bestmöglich regenerieren kann. Förderlich sind unter anderem Omega-3-Fettsäuren, Aminosäuren, Antioxidantien sowie Nahrungsmittel, die auf natürliche Weise zur Cholesterinsenkung beitragen.