Blasenentzündung

Bei einer Blasenentzündung – auch Zystitis genannt – handelt es sich um eine meist durch Bakterien, selten auch durch Viren oder Pilze, verursachte Infektion der Harnblase, von der vor allem Frauen häufig betroffen sind. Die Infektion kann einen akuten oder chronischen sowie einen unkomplizierten oder komplizierten Verlauf nehmen. Typische Symptome einer Zystitis sind brennende Schmerzen beim Wasserlassen, krampfartige Schmerzen im Unterbauch und ein ständiger Harndrang.

Definition: Was ist eine Blasenentzündung?

Eine Blasenentzündung ist eine Infektion der Harnblase, die in den meisten Fällen durch Bakterien, selten auch durch Viren oder Pilze, verursacht wird. Je nach Ursache wird dabei zwischen einer bakteriellen und einer abakteriellen Zystitis entschieden. Die Erreger gelangen meist von außen über die Harnröhre in die Harnblase und führen dort zu einer Entzündung der Schleimhaut oder der gesamten Blasenwand, die typischerweise mit einem ständigen Harndrang, einem Brennen beim Wasserlassen und krampfartigen Schmerzen im Unterbauch einhergeht.

Young woman in pain
Young woman in pain © Ana Blazic Pavlovic / Fotolia

Eine Blasenentzündung kann entweder akut auftreten oder chronisch werden und dann immer wiederkehren. Zudem lässt sich je nach Verlauf zwischen einer unkomplizierten und einer komplizierten Zystitis unterscheiden. Bleibt die Infektion auf die Harnblase beschränkt, spricht man von einer unkomplizierten Blasenentzündung. Breitet sich die Infektion auf die oberen Harnwege aus, handelt es sich um eine komplizierte Zystitis.

Häufigkeit einer Zystitis

Die Zystitis ist eine der häufigsten Infektionskrankheiten, die vor allem bei Frauen mit großer Häufigkeit auftritt. So haben Schätzungen zufolge 50 bis 70 Prozent der erwachsenen Frauen mindestens einmal in ihrem Leben eine Blasenentzündung. Bei etwa einem Drittel der betroffenen Frauen tritt die Infektion der Blase sogar wiederholt auf.

Ebenfalls häufig von einer Blasenentzündung betroffen sind Kinder in den ersten sechs Lebensjahren. So erkranken etwa sieben Prozent der Mädchen und zwei Prozent der Jungen unter sechs mindestens einmal an einer Zystitis.

Männer sind dagegen eher selten von einer Blasenentzündung betroffen, da sie eine längere Harnröhre als Frauen haben, durch die die Krankheitserreger nicht so leicht bis in die Harnblase vordringen können. Erst ab dem 50. Lebensjahr treten auch bei Männern, bedingt durch häufiger werdende Prostataerkrankungen, häufiger Blaseninfektionen auf.

Ursachen für eine Blasenentzündung

Verschiedene Krankheitserreger können eine Zystitis verursachen. Hierzu gehören zum einen Bakterien – man spricht dann von einer bakteriellen Blasenentzündung – und zum anderen Viren, Pilze oder Parasiten – in diesem Fall spricht man von einer abakteriellen Blasenentzündung. In den meisten Fällen entsteht eine Zystitis jedoch durch eine Infektion mit Bakterien. Der häufigste Erreger einer bakteriellen Blasenentzündung ist dabei das Darmbakterium Escherichia coli – es ist in etwa 80 Prozent der Fälle für eine durch Bakterien verursachte Blaseninfektion verantwortlich.

Frauen erkranken im Gegensatz zu Männern besonders häufig an einer Blasenentzündung, weil sie eine kürzere Harnröhre haben, durch die Krankheitserreger schneller einen Weg in die Blase finden. So haben Frauen eine nur etwa 4 Zentimeter lange Harnröhre, während die Harnröhre bei Männern etwa 20 Zentimeter lang ist. Ein weiterer anatomischer Nachteil bei Frauen ist, das bei ihnen die Harnröhre und die Darmöffnung sehr eng nebeneinander liegen. Aus dem Darm stammende Erreger können deshalb schneller und einfacher in die Harnröhre gelangen.

Übertragen werden die ursächlichen Bakterien in der Regel durch eine sogenannte Schmierinfektion vom After oder Stuhl in die Harnröhre oder auch beim Geschlechtsverkehr. Begünstigt wird eine Zystitis dabei durch eine geschwächte Immunabwehr oder Unterkühlungen durch schlecht wärmende Kleidung oder kalte Füße. Und auch Frauen während der Menopause oder einer Schwangerschaft sind aufgrund des veränderten Hormonhaushalts anfälliger für eine Blaseninfektion.

Symptome einer Entzündung der Blase

Bei der Blasenentzündung handelt es sich meist um einen sogenannten unteren Harnwegsinfekt, bei dem die Symptome auf den unteren Teil des Harntrakts beschränkt bleiben. Typische Beschwerden, die bei einer solchen unkomplizierten Blasenentzündung auftreten, sind

  • brennende Schmerzen beim Wasserlassen,
  • ein häufiger Harndrang
  • und häufiges Wasserlassen in kleinen Mengen.

Hin und wieder kann es bei einer Blasenentzündung auch zu einem unkontrollierten Harnverlust kommen. Auch krampfartige Schmerzen im Unterbauch während des Wasserlassens können auftreten. Zudem kann der Urin getrübt sein, verändert riechen oder sogar Blut enthalten.

Treten zusätzlich Fieber und Schmerzen im Bereich der Nieren auf, deutet dies auf eine Ausbreitung der Blaseninfektion auf die oberen Harnwege hin. Eine mögliche Folge einer solchen komplizierten Blasenentzündung ist dann unter anderem eine Nierenbeckenentzündung.

Diagnose einer Zystitis

Die Diagnose erfolgt in erster Linie anhand der typischen Beschwerden, die sich der behandelnde Arzt während eines Anamnesegesprächs von der betroffenen Frau beschreiben lässt. Im Anschluss daran wird der Arzt eine körperliche Untersuchung durchführen und eventuell auch das Fieber messen. Vor allem bei Frauen, die häufiger unter einer Zystitis leiden, ist eine genaue Untersuchung der oberen und unteren Harnwege, also der Nieren, der Harnleiter, der Blase und der Harnröhre, mit dem Ultraschallgerät notwendig. Auf diese Weise können anatomische Veränderungen oder andere Ursachen für die Blasenentzündung erkannt und behandelt werden.

Um die Diagnose einer Blasenentzündung eindeutig bestätigen zu können, ist zudem eine Urinuntersuchung notwendig. Hierfür muss die betroffene Frau ihren sogenannten Mittelstrahlurin in einem Becher auffangen, damit dieser anschließend auf Bakterien hin untersucht werden kann. Diese Untersuchung kann entweder vom Arzt oder im Rahmen eines Selbsttests mit einem Teststreifen durchgeführt werden. Ist der aufgefangene Urin blutig, eitrig oder schlecht riechend, deutet dies bereits auf eine Zystitis hin.

Urinuntersuchung zur Diagnose einer Blasenentzündung
Urinprobe im Labor mit Urinteststreifen © Gerhard Seybert / Fotolia

Behandlung einer Blasenentzündung

Die Behandlung einer Blasenentzündung durch den Arzt zielt in erster Linie darauf ab, die Symptome zu lindern und die Ursache zu bekämpfen. Zum Lindern der Schmerzen beim Wasserlassen bieten sich Schmerztabletten mit den Wirkstoffen Paracetamol oder Iboprofen an. Zudem kann der Arzt Medikamente verschreiben, die die Blasenmuskulatur entspannen.

Behandlung mit Antibiotika

Wurde die Blasenentzündung durch Bakterien verursacht, kommen in der Regel Antibiotika zum Einsatz. Diese müssen bei einer unkomplizierten, auf die Blase beschränkten Blasenentzündung meist drei Tage lang – bei einer komplizierten Blasenentzündung auch länger – eingenommen werden. Um zu verhindern, dass Krankheitserreger überleben und Resistenzen gegen das Antibiotikum entwickeln, sollten Sie Antibiotikum nicht vorzeitig absetzen und genau nach ärztlicher Anordnung einnehmen

Behandlung mit pflanzlichen Präparaten

Als Ergänzung zur Antibiotikatherapie kommen auch pflanzliche Substanzen, die entzündungshemmend, harnaustreibend oder krampflösend wirken, in Frage. Hierzu gehören beispielsweise Birkenblätter, Birkenblätter, Goldrutenkraut, Brennesselblätter, Cranberrys, Katzenbartblätter, Ackerschachtelhalm und Wacholder. Spezielle Blasen- und Nieren-Tees, die diese pflanzlichen Substanzen enthalten, gibt es in fast jeder Apotheke.

Selbsthilfe bei einer Blasenentzündung

Betroffene Frauen können mithilfe einfacher Maßnahmen auch selbst dazu beitragen, die Beschwerden zu lindern. So ist es besonders wichtig, während einer akuten Blaseninfektion viel zu trinken – mindestens zwei bis drei Liter pro Tag – und die Blase häufig zu entleeren. Denn auf diese Weise können die Krankheitserreger schnell aus der entzündeten Blase geschwemmt werden. Besonders gut geeignet sind hierfür spezielle Nieren- und Blasentees, die harnaustreibend wirken. Darüber hinaus ist es ratsam, sich während einer Blasenentzündung gut zu wärmen, beispielsweise mit einer Wärmflasche, warmen Sitzbädern oder feuchtwarmen Umschlägen im Blasenbereich. Solche Wärmeanwendungen entspannen die Muskulatur der Blase und lindern die Schmerzen.

Vorbeugung einer Blaseninfektion

Einer Blasenentzündung kann man vorbeugen, indem man einige Verhaltensweisen und Regeln beachtet. Hierzu gehört nicht nur das vermehrte Trinken, sondern auch das richtige Wasserlassen, die richtige Intimhygiene und die richtige Kleidung. So sollte man beim Wasserlassen darauf achten, den Urin nicht zu lange anzuhalten und die Blase vollständig zu entleeren. Bei der Toilettenhygiene sollte man mit dem Toilettenpapier von vorne nach hinten, also von der Scheide zum Analbereich hin, wischen. Und nach dem Geschlechtsverkehr sollte man sofort zur Toilette gehen. Auf eine übertriebene Intimhygiene mit zu viel Seife sollte man verzichten, da hierdurch der natürliche Säureschutzmantel der Haut angegriffen wird, so dass Bakterien besser eindringen und sich schneller vermehren können. Der Beckenbereich sollte stets mit entsprechender Kleidung und Unterwäsche vor Unterkühlung geschützt werden. Und nasse Badeanzüge sollten direkt nach dem Schwimmen gewechselt werden.

Wann zum Arzt?

Ein Arztbesuch wird notwendig, wenn weder vermehrtes Trinken, noch Wärmeanwendungen oder eine Selbstbehandlung mit pflanzlichen Arzneimitteln die Blasenentzündung lindern. Darüber hinaus ist ein Arztbesuch angeraten, wenn:

  • die Krankheitszeichen einer Blasenentzündung nach drei Tagen nicht verschwunden sind.
  • zusätzlich Krankheitszeichen wie Fieber und Schüttelfrost auftreten.
  • Schmerzen im Bereich der Nieren und ein rötlich verfärbter Urin auftreten.
  • Sie schwanger oder zuckerkrank sind.
  • Sie häufig unter einer Blasenentzündung leiden.
  • ein Kind an einer Blasenentzündung erkrankt ist.
  • Sie ein Mann sind.
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