Vasektomie

Unter einer Vasektomie, auch Vasoresektion, versteht man einen operativen Eingriff zur Sterilisation des Mannes und dient der Empfängnisverhütung. Dabei wird der Samenleiter (Ductus deferens) im Hodensack des Mannes durchtrennt. Jedes Jahr werden in Deutschland etwa 50 000 Vasektomien durchgeführt. Der Eingriff zur Empfängnisverhütung ist sehr sicher und ist damit vergleichbar mit der weiblichen Sterilisation.

Männliche Anatomie mit Lage der Samenleiter
© Henrie / Fotolia

Resultat der Vasektomie

Die Hormonproduktion in den Hoden bleibt erhalten und auch die Erektionsfähigkeit des Penis wird nicht beeinflusst. Das Ejakulat eines sterilisierten Mannes enthält keine Spermien mehr.

Da das Ejakulat überwiegend aus Prostatasekret besteht, bleibt es bezüglich Volumen, Aussehen und Geruch weitestgehend unverändert. Da die weiterhin in den Hoden produzierten Spermien nach der Durchtrennung der Samenleiter nicht mehr abgeführt werden, werden sie vom Körper abgebaut.

Ablauf einer Vasektomie

Die Operation wird meist ambulant unter örtlicher Betäubung oder in einer Kurznarkose durchgeführt. Der Arzt legt mit zwei kleinen Schnitten am Hodensack die Samenleiter frei, entfernt jeweils ein ca. 1 bis 2 cm langes Stück des Samenleiters, verödet die Schnittstellen und unterbindet die Enden des durchtrennten Samenleiters.

Um die Wahrscheinlichkeit eines spontanen Zusammenwachsens zu reduzieren, ist es wichtig, die Enden des Samenleiters in unterschiedlichen Gewebeschichten zu vernähen (Faszieninterposition).

Nachkontrolle des Eingriffs

In seltenen Fällen (< 0,1 %) kann es, auch bei technisch einwandfreier Durchführung des Eingriffes, durch eine spontane Rekanalisation zur unerwünschten neuerlichen Durchgängigkeit der Samenleiter kommen.

Aus diesem Grund müssen nach der Vasektomie mehrere Ejakulatproben abgegeben werden, um den kompletten Verschluss nachzuweisen.

Autoren:
PD Dr. med. Tobias Engl
Prof. Dr. med. Wolf-D. Beecken

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