Neue Studie: Mehr Wasser trinken kann Harnwegsinfektionen vorbeugen

Meist sind es Frauen, die mit immer wiederkehrenden Harnwegsinfektionen zu kämpfen haben. Mehr als die Hälfte aller Frauen macht in ihrem Leben einmal oder mehrmals eine Blasenentzündung durch – mit all ihren unangenehmen Begleiterscheinungen. Doch eine einfache Maßnahme hilft schon präventiv gegen Harnwegsentzündungen! Wie sich in einer jüngst veröffentlichten Studie zeigte, kann ein größerer Wasserkonsum das Risiko für Blasenentzündungen drastisch senken.

Häufig wird eine Blasenentzündung auf die leichte Schulter genommen. Dabei ist eine sogenannte Zystitis keineswegs harmlos. Bleibt eine Harnwegsinfektion unbehandelt, können sich die Krankheitserreger bis in die Nieren ausbreiten und dort zu einer gefährlichen Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis) führen.

Warum erkranken Frauen häufiger an einem Harnwegsinfekt?

Dafür gibt es gleich mehrere Gründe. Zunächst spielen anatomische Gegebenheiten eine Rolle – denn bei Frauen liegen Darmausgang und Scheide naturgemäß nahe beieinander. Die kurze Distanz macht es Darmbakterien leicht, in die Harnröhre zu gelangen – und die sind bei Blasenentzündungen meist die Übeltäter. Zudem sind Frauen mit einer wesentlich kürzeren Harnröhre ausgestattet. So gelangen Krankheitserreger schneller bis in die Blase.

Doch auch hormonelle Faktoren begünstigen ein vermehrtes Auftreten von Blasenentzündungen beim weiblichen Geschlecht. Besonders gefährdet sind Frauen während der Schwangerschaft und vor den Wechseljahren – beide Lebensphasen sind von erheblichen hormonellen Veränderungen geprägt.

Junge Frau füllt ein Glas mit Wasser
© amenic181

Studie mit eindeutigen Ergebnissen

Es ist keine neue Erkenntnis: Wer täglich viel Wasser trinkt, tut seiner Gesundheit Gutes. Doch nun wurde erstmals durch eine Studie bewiesen, dass ein zu geringer Wasserkonsum in direktem Zusammenhang mit der Häufigkeit von Harnwegsinfektionen steht.

Die klinische randomisierte Studie der University of Miami wurde im bulgarischen Sofia durchgeführt. Sie untersuchte, inwieweit sich ein erhöhter Wasserkonsum auf die Häufigkeit von Blasenentzündungen bei Frauen vor Eintritt in die Menopause auswirkt.

An der Studie nahmen 140 Frauen teil, die häufig an immer wiederkehrenden Harnwegsinfektionen litten. Ausgewählt wurden lediglich Frauen, die im Jahr vor der Studie mindestens drei Harnwegsinfektionen durchgemacht hatten und weniger als 1,5 l Wasser pro Tag tranken. Der Ansatz der Studie kann einfacher nicht sein. Die Hälfte der Frauen nahm ein Jahr lang zusätzlich zur gewohnten Menge 1,5 l Wasser täglich zu sich. Die restlichen 70 Frauen behielten dagegen ihre Trinkmenge bei.

Das Ergebnis war mehr als verblüffend: Bei den Frauen, die ihren Wasserkonsum signifikant erhöht hatten, halbierte sich die Anzahl der Harnwegsinfektionen. So wurden in dieser Gruppe nur 111 Harnwegsinfekte gezählt, während in der Kontrollgruppe 216 Erkrankungen auftraten. Doch das zusätzliche Wassertrinken hatte noch einen weiteren Effekt: Auch der Einsatz von Antibiotika halbierte sich nahezu. Da die bakterielle Belastung bei häufigerem Wasserlassen deutlich sinkt, war die Einnahme von Antibiotika seltener erforderlich.

Mehr Wasser – weniger Blasenentzündungen

Eine gute Nachricht für alle von ständigen Harnwegsinfekten geplagten Frauen – und auch für jene, die noch nie damit zu tun hatten. Denn jede Frau kann jetzt selbst viel dafür tun, Harnwegsinfekten vorzubeugen oder den Verlauf abzumildern – sie muss nur ausreichend Wasser trinken.

Zwar gaben die an der Studie beteiligten Wissenschaftler keine konkrete Empfehlung, was den täglichen Wasserkonsum angeht – doch gelten 1,5 – 2 l Wasser pro Tag als genereller Richtwert. Nimmt frau weniger zu sich, steigt das Risiko für eine Harnwegsinfektion deutlich. Also geben Sie einer Blasenentzündung keine Chance und greifen Sie öfter zu einem Glas Wasser!


von Die Redaktion. 11.10.2018


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