Neue Studien für die Prostatakrebs-Prävention

Prostatakrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Männern. Jedes Jahr treten bis zu 64.000 neue Fälle dieser teilweise tödlich verlaufenden Krankheit auf. Wird der Krebs frühzeitig erkannt, ist er in den meisten Fällen gut behandelbar. Dennoch sterben jährlich über 12.000 Betroffene an den Folgen der Erkrankung. Laut Experten sind viele dieser Todesfälle vermeidbar, da Prostatakrebs mithilfe der standardisierten Vorsorgeuntersuchung frühzeitig erkannt werden kann.

Spätestens im Alter von 45 Jahren ist sie deshalb zwingend erforderlich, um das Krebsrisiko realistisch einzuschätzen und notwendige Schritte einzuleiten. Vor kurzem veröffentlichte das New York Presbyterian Hospital jedoch eine umfassende Studie, die Zweifel an der Aussagekraft der Digitalen Rektalen Untersuchung (DRU) aufkommen lassen. Das Team um Dr. Joshua Halpern wies anschaulich nach, dass die Ergebnisse der DRU bei Patienten mit niedrigen PSA-Werten (PSA: Prostataspezifisches Antigen) nicht für eine Diagnose geeignet sind.

Prostatakrebs-Vorsorge
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Wie wichtig ist die Prostatauntersuchung?

Aktuell ist die DRU die einzige Methode, um Prostatakrebs im frühen Stadium bei einem Patienten zu diagnostizieren. Die Forschungen von Dr. Halpern kamen allerdings zu dem Ergebnis, dass die Untersuchung lediglich bei Patienten mit einem PSA-Wert von über drei Nanogramm pro Milliliter aussagekräftig ist. Grundsätzlich kommt es aufgrund zahlreicher Ursachen zu Auffälligkeiten bei der DRU. Diese hängen nicht immer mit einem erhöhten Krebsrisiko zusammen und sind deshalb kein Anzeichen für Prostatakrebs im Frühstadium.

Lediglich bei erhöhten PSA-Werten existiert ein direkter Zusammenhang zwischen den Auffälligkeiten und einem sich entwickelnden Karzinom. Die Forscher beobachteten insgesamt 35.350 Männer über einen Zeitraum von 13 Jahren. Obwohl bei den meisten der 1.713 Krebserkrankten eine auffällige Schwellung der Prostata spürbar war, trat diese auch bei vielen Gesunden auf.

Die Digitale Rektale Untersuchung in Deutschland

Die Ergebnisse der Forscher stoßen nicht in allen Ländern auf Akzeptanz. In Deutschland gehört die DRU zu den wichtigsten Methoden der Krebsvorsorge. Hierzulande gehen die Mediziner nach dem Grundsatz vor, dass selbst die gesundheitlichen Risiken der rektalen Untersuchung den enormen Präventionsnutzen nicht aufwiegen können. Aus diesem Grund empfehlen Ärzte Männern im Alter von über 45 Jahren, Prostatauntersuchungen durchführen zu lassen. Deshalb sollten Sie regelmäßig einen Urologen aufsuchen, um Ihr Risiko auf eine Krebserkrankung abschätzen zu lassen.


von Die Redaktion. 24.11.2017


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