Neue Erkenntnis: Kein Zusammenhang zwischen Radfahren und Potenzstörungen

Ambitionierte Radler kennen das Problem. Nach stundenlangem Strampeln stellt sich ein unangenehmes Taubheitsgefühl im Genitalbereich ein. Kein Wunder, dass manchem dabei Böses schwant. Schließlich legten Studien immer wieder nahe, dass Radfahren die männliche Potenz gefährden könne. Lange geisterte diese These hartnäckig durch Medien und Internetforen und bot radsportaffinen Männerrunden reichlich Gesprächsstoff.

Jetzt geben neueste Studien Entwarnung. Wie jüngst im US-amerikanischen Journal of Urology zu lesen war, entbehrt die Behauptung, Radfahren beeinträchtige die Erektionsfähigkeit, jeder Grundlage.

Gute Nachricht für Radler

Ältere Studien bezogen sich in ihrer These auf den Druck, den der Sattel auf das sogenannte Perineum ausübt. In der Dammregion verlaufen für eine Erektion wichtige Nerven und Blutgefäße. Werde durch lang anhaltenden Druck die Blutzufuhr zum Penis verringert, wirke sich dies langfristig negativ auf die Sexualfunktionen aus – so wenigstens die bisherige Vermutung. Denn mehr als eine Vermutung gaben die bisher durchgeführten Studien nicht her. Viel zu klein war der untersuchte Personenkreis – und Kontrollgruppen fehlten gänzlich.

Keine Gefahr für die Potenz

Anders die aktuelle Studie der University of California. An der breit angelegten Untersuchung nahmen rund 4.000 Sportler verschiedener Disziplinen teil – darunter auch Radfahrer. Untersuchungsgegenstand war unter anderem, wie sich der jeweilige Sport auf Sexualfunktionen und Erkrankungen des Harntrakts bei Männern auswirkt.

Das Ergebnis war mehr als überraschend – hatten doch bisherige Studien genau das Gegenteil behauptet. Bei der Frage der Potenz schnitten die Radsportler besser ab als die teilnehmenden Männer anderer Sportarten. Auch gab es keine Hinweise auf vermehrte Harnwegsinfekte bei Radfahrern.

Einzige Auffälligkeit: Bei Freizeitradlern, die den Sport nicht intensiv ausüben, traten sogenannte Harnröhrenstrikturen deutlich häufiger auf. Das sind narbige Verengungen der Harnröhre, die meist durch Entzündungen oder kleine Verletzungen verursacht werden.

Wichtige Tipps für Radsportler

Die Studie ergab noch andere Aspekte, die für sportbegeisterte Radfahrer durchaus Relevanz haben dürften. Sie betreffen das bei längerem Fahren auftretende lästige Taubheitsgefühl sowie wunde Stellen im Genitalbereich, die Radlern immer wieder zu schaffen machen. Hier stellte sich heraus, dass die Höhe des Lenkers Einfluss auf diese Symptome hat. Die Beschwerden traten häufiger bei Sportlern auf, deren Lenker tiefer als der Sattel eingestellt war.

Noch eine interessante Erkenntnis: Wer ein Fünftel der Zeit immer mal wieder im Stehen in die Pedale tritt, kann das Taubheitsgefühl deutlich reduzieren. Die verbreitet Annahme, die Form des Sattels könne ebenfalls eine Rolle spielen, wurden dagegen widerlegt.

Rad fahrende Männer können also beruhigt aufatmen: keine Gefahr für die männlichste aller männlichen Funktionen in Sicht – zumindest nicht durch das Radfahren.


von Die Redaktion. 05.02.2018


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