Die Prostata-Krebsvorsorge – für viele Männer ein leidiges Thema

Prostatakrebs ist mit Abstand die häufigste Krebsart beim Mann – 2016 sind in Deutschland über 65.000 Neuerkrankungen aufgetreten. Über 13.000 Männer sterben an der Erkrankung. Betroffen sind meist ältere Männer, das durchschnittliche Alter zum Zeitpunkt der Erkrankung beträgt rund 72 Jahre. Doch bereits ab dem Alter von 45 Jahren können Männer alljährlich kostenlos eine Vorsorgeuntersuchung in Anspruch nehmen. 

Prostatakrebs entwickelt sich fast immer unbemerkt

Und das ist auch sinnvoll, denn ein Prostatakarzinom entwickelt sich völlig symptomfrei. Es macht sich in der Regel erst dann bemerkbar, wenn er durch seine Größe auf die Harnröhre übergreift oder sich bereits Metastasen (häufig in den Knochen) gebildet haben.

Die Symptome, die in diesem Stadium auftreten, sind jedoch in den meisten Fällen auf eine gutartige Prostatavergrößerung zurückzuführen. Dazu gehören etwa Blut im Urin oder in der Samenflüssigkeit, erhöhter Harndrang und auch Harnverhalt. Treten diese Symptome auf, sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen.

Damit sich ein Tumor gar nicht erst so lange in der Prostata entwickeln kann, sind regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen wichtig.

Vorsorgemuffel leben gefährlicher

Gerade Männer suchen eher ungern den Arzt auf, insbesondere, wenn es darum geht, das beste Stück zu entblößen. Während rund 50% aller Frauen bereits ab dem Alter von 20 Jahren alljährlich beim Frauenarzt mit dem Pap-Test eine Untersuchung zur Vorsorge von Gebärmutterhalskrebs vornehmen lassen, scheuen viele Männer den Gang zum Urologen ihr ganzes Leben lang. Nur 27% der Männer nehmen die kostenlose Krebsvorsorge beim Urologen wahr – das hat eine Erhebung der Techniker Krankenkasse ergeben. 

So gibt es für diese Männer keine Chance, einen sich entwickelnden Prostatatumor frühzeitig zu entdecken und den Krebs dann zu bekämpfen, wenn er noch einfacher zu therapieren wäre. Im Frühstadium verursacht Prostatakrebs keine Symptome und ist auch nicht tastbar – aber in diesem Stadium sind die Heilungschancen am besten

Dazu kommt die Unwissenheit: Viele Männer wissen nicht einmal was die Prostata ist und dass sie erkranken kann. Im Frühstadium der Erkrankung fühlen sich die Betroffenen außerdem völlig gesund und sehen keinen Grund dazu, zum Arzt zu gehen.

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Krebsvorsorge nicht vergessen!

Umstrittene Vorsorgeuntersuchungen

Derzeit bezahlen die Krankenkassen lediglich eine Tastuntersuchung zur Vorsorge von Prostatakrebs. Sie wird einfach über den Enddarm durchgeführt. Allerdings beruht diese Untersuchung zum einen auf der Erfahrung des Arztes, zum anderen kann er nur Geschwulste ertasten, die sich in Darmnähe befinden. Außerdem – ist ein Prostatakardzinom bereits tastbar, befindet es sich nicht mehr im Frühstadium.

Hinzu kommt eine Untersuchung der Prostata per Ultraschall, doch auch im Ultraschallbild sind kleine Tumoren nicht immer gut sichtbar.

Darüber hinaus gibt es als individuelle Gesundheitsleistung den PSA-Test – die Kosten in Höhe von etwa 25 € müssen Männer selbst bezahlen. Der PSA-Test (PSA steht für prostata-spezifisches Antigen) ist ein Bluttest, der bei erhöhten Werten einen Hinweis auf einen sich entwickelnden Tumor in der Prostata geben kann. Allerdings ist der Test nicht gänzlich zuverlässig – ein positives Ergebnis bedeutet nicht immer die Krebsdiagnose, und auch Männer mit negativem Resultat können an Prostatakrebs erkrankt sein. Diese beiden Sonderfälle sind jedoch sehr selten.

Insgesamt zeigte eine europäische Studie, dass Männer im Alter von 55 bis 69 Jahren, die sich einem PSA-Test unterziehen, statistisch gesehen deutlich seltener an Prostatakrebs sterben.

Später erkennen ist besser als zu spät erkennen

Leider können die Methoden zur Vorsorge bis jetzt keine absolute Sicherheit gewähren, ein sich entwickelndes Prostatakarzinom frühzeitig zu erkennen. Doch angesichts der Häufigkeit dieser Krebsform ist es sinnvoll, die jährliche Vorsorgeuntersuchung wahrzunehmen. Selbst wenn ein eventueller Tumor dann etwas später erkannt wird, ist das besser, als ihn erst dann zu entdecken, wenn er bereits Symptome verursacht.

Besteht ein Verdacht, sollten Sie auch einen PSA-Test durchführen lassen. Ob sie regelmäßig einen PSA-Test durchführen lassen möchten, ist allein Ihre Entscheidung. Eine falsche Positivmeldung, d.h. eine Krebsdiagnose, führt zu psychischem Stress und zu Behandlungen, die eigentlich vermeidbar gewesen wären, und eine absolute Sicherheit gibt auch dieser Test nicht.

Wichtig ist allerdings, dass Sie sich bewusst Gedanken über die Krebsvorsorge machen und diese nicht leichtfertig, ggf. sogar aus Scham, ablehnen.

Weitere Informationen zur Prostatakrebsvorsorge finden Sie auf den Seiten des Krebsinformationsdienstes.


von Debora Pape. 07.05.2018


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